Kremer, Rolf: Replikatives Informationsmanagement in verteilten Groupware-Umgebungen - Entwicklung, Architekturdarstellung und Prototypdesign des Replikationsmodells "GroupReplic", Shaker Verlag, Aachen 1999.

THEMES: Kremer, Rolf
META STRUCTURES: GCC Research\PhD.-Projects | Projects\...\Research & Dev... | SS\...\Das GTMS
YEAR: 1999
Login Login
User: Anonymous


LABEL: Lotus Notes/Domino | Replication
ORGANIZATIONS: GCC - Groupware Competence Center
PEOPLE: Kremer, Rolf
PLACES: Aachen
TIME: 1999
 

Open

Post comment
Replikatives Informationsmanagement in verteilten Groupware-Umgebungen - Entwicklung, Architektur...26.10.1999 10:39Angelika Bursig
 
Images
Verteilte Datenhaltung



Abbildung 2-16: Datenhaltungsmodelle (vgl. [Baumeister 1995, S. 32], [Fischer 1992, S. 273f.])
Hide details for Erläuterung der vier DatenhaltungsmodelleErläuterung der vier Datenhaltungsmodelle

Die einfachste Form ist die zentrale Datenhaltung, auch als "unikate" Datenhaltung bezeichnet. Hier werden alle Daten an einer Stelle gehalten. Die Benutzer greifen entweder direkt auf die Daten zu oder stellen eine Verbindung von anderen Stellen her, um so auf die Daten zu zugreifen. Der Hauptvorteil dieser Variante, daß alle Daten an einem Ort gehalten werden und so zum einen keine Redundanz möglich ist und zum anderen ein leichter Überblick über alle Daten erhalten werden kann. Die zentrale Datenhaltung führt in den meisten Fällen dazu, daß die Daten auch zentral erfaßt werden. Die Benutzer an den anderen Stellen haben dann nur Leserechte auf die Daten. Dies muß aber nicht der Fall sein, wie die Datenerfassungsmodelle im nachfolgenden zeigen. Die Nachteile bei dieser Art sind recht vielfältig, so ergeben sich beispielsweise Probleme hinsichtlich der Verfügbarkeit der Daten, wenn es zu Netzwerkproblemen kommt oder auch zu Skalierbarkeitsproblemen, durch die verstärkte Belastung bei Hinzunahme weiterer Benutzer (vgl. [Finger 1996, S. 78]).

Bei der verteilten Datenhaltung werden alle Daten an einer Gruppe von Stellen gehalten. Besonderes Kennzeichen hierbei ist, daß jedes Datum nur an einer Stelle gehalten wird, es also keine doppelt gespeicherten Daten gibt. Die Gesamtheit der Daten wird aber an mehreren Stellen gehalten. Für den Benutzer ist jedoch nicht erkennbar, an welcher Stelle die Daten gehalten werden. Diese Datenhaltung wird oft auch in Verbindung mit der dezentralen Datenerfassung gesehen. Diese Datenhaltung ist sinnvoll einsetzbar, wenn hauptsächlich auf lokale Servern zugegriffen wird (vgl. [Finger 1996, S. 78]), da beim Zugriff auf entfernte Server höhere Verbindungskosten oder auch Performance- und Kapazitätsproblemen entstehen würden (vgl. [Durban 1997, S. 61]). [A. a. O., S. 61] nennt als weitere Gründe für den Einsatz der verteilten Datenhaltung auch organisatorische Gründe, da "Neuere betriebswirtschaftliche Enwicklungen, die zu selbständigen Teilunternehmungen führen, wie Profit-Center oder Lean Management, implizieren die Verteilung von Informationen.". Nachteile ergeben sich hier durch den höheren Administrationsaufwand, da Netzwerkschematas erstellt werden müssen und eine Performanceoptimierung durchgeführt werden muß (vgl. [Finger 1996, S. 79]). Problematisch ist ebenfalls die Konsistenzerhaltung der Daten (vgl. [Durban 1997, S. 61]).

Bei der vernetzten Datenhaltung werden die Daten wie bei der verteilten Datenhaltung an mehreren Stellen gehalten. Der Unterschied besteht darin, daß dem Benutzer diese Trennung bewußt ist und er wissen muß, an welche Stelle sich ein bestimmtes Datum befindet, damit er auf die Daten zugreifen kann (vgl. [Fischer 1992, S. 273f.]).

Bei der replikaten Datenhaltung werden die Daten, wie bei der verteilten Datenhaltung auch an verschiedenen Stellen gehalten, allerdings werden die Daten hier parallel gehalten. Das heißt, daß ein Datum an mehr als einer Stelle gehalten werden kann. Hauptvorteil bei dieser Variante ist der einfache Zugriff auf die Daten, da die Benutzer lokal auf die benötigten Daten zugreifen können. Zwischen den Stellen findet dann zumeist ein regelmäßiger Datenabgleich statt, so daß die Daten auf allen Stellen verfügbar und aktuell sind. Diese Datenhaltung ist Grundlage für die Verteilung mittels Replikation, so wie sie in dieser Arbeit beschrieben wird. Als Hauptvorteil dieser Datenhaltung läßt sich die erhöhte Verfügbarkeit der Daten an den verschiedenen Stellen hervorheben (vgl. [Finger 1996, S. 79]). Auch läßt sich das obengenannte Skalierbarkeitsproblem hier besser lösen, da die Umgebungen leichter erweitert werden können, als dies bei einer zentralen Datenhaltung der Fall ist (vgl. [Finger 1996, S. 79]).

Referenzen
[Baumeister 1995]
Johann Baumeister: Datenbankadministration: Die Funktionen und Werkzeuge; in: Datenbank FOKUS, 6/1995, S. 20 - 23

[Durban 1997]
Jürgen Durban: Replikation erleichtert die Dezentralisierung; in: Computerwoche 12, 1997, S. 61 - 65

[Finger 1996]
Barbara Finger: Verfügbarkeit von Daten mit Replikation verbessern; in: Computerwoche, 43/1996, S. 78 - 80

[Fischer 1992]
Joachim Fischer: Datenmanagement; Oldenbourg Verlag, München, 1992